Krankenversicherung
Wie die private Krankenversicherung noch in den Kinderschuhe steckte
Otto von Bismarck − seines Zeichens erster Reichskanzler des Deutschen Reichs in den Jahren 1871 bis 1890 − steht für die Entstehung der deutschen Sozialversicherung. Einer der Meilenstein und ein Verdienst von Otto von Bismarck war sicherlich die Inkraftsetzung der Gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 1883. Sie wurde ins Leben gerufen, um insbesondere die deutsche Arbeiterschaft zu besänftigen. Denn die Beamten hatte bereits eine Krankenversicherung, eine private Krankenversicherung.
Die erste private Krankenversicherung wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Und zwar war die erste private Krankenversicherung Berlin die Krankenkasse der Beamten des Berliner Polizeipräsidiums. Zunächst einmal blieb die private Krankenversicherung von ihrer Struktur her nahezu unangetastet bis auf einige wenige Änderungen, bis hin zu den heutigen Strukturen. Die GKV hingegen war schon kurz nach ihrer Gründung Veränderungen unterworfen. Einer der Gründe waren die beiden Weltkriege. Während in der GKV seit Januar 2009 jeder Versicherungsnehmer den gleichen Beitrag zu zahlen hat, gilt für die private Krankenversicherung immer noch hinsichtlich der Beitragsberechnung die Formel, dass die Höhe der Beiträge abhängig sind vom Alter, vom Geschlecht und auch vom Gesundheitszustand, wie auch von der Leistung, die der Versicherungsnehmer versichert haben möchte. Allerdings musste die private Krankenversicherung im Zuge der zahlreichen Gesundheitsreformen in Deutschland der letzten zwei Jahrzehnte auch −Federn lassen − und Kompromisse schließen. So musste die private Krankenversicherung einen so genannten Basistarif einführen, in dem sich insbesondere Versicherte der PKV ab 55 Jahren, aber auch Selbstständige, die zuvor die GKV vorgezogen hatten (insbesondere hinsichtlich der Beiträge) versichern können. Dieser private Krankenversicherung Tarif entspricht von den Leistungen her denen der GKV.